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Antworten auf häufig gestellte Fragen

Was sind die Vorschriften für Höhe und Abstand eines Schornsteins?

Möchten Sie einen Holzofen installieren? Dann brauchen Sie eine zuverlässig funktionierende Abgasanlage. Haben Sie noch keinen Schornstein oder kein Rauchrohrsystem? Auf dieser Seite lesen Sie, welche Regeln in Deutschland für die Schornsteinhöhe und den Abstand zu anderen Objekten gelten.

regels hoogte schoorsteen

Wie hoch muss ein Schornstein sein?

Die wichtigste Rechtsgrundlage für Höhe und Positionierung eines Schornsteins bei einem Holzofen ist die 1. BImSchV (Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes Immissionsschutzgesetzes). Seit dem 1. Januar 2022 sind die Anforderungen in §19 für neu zu errichtende Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe, wie Holzöfen, strenger geworden.

Ziel ist, dass Abgase nicht entlang des Dachs nach unten absinken können, sondern direkt in die freie Luftströmung gelangen. Deshalb gibt es klare Vorgaben für die Schornsteinmündung.

Nah am First (firstnah)

Nach §19 muss die Mündung firstnah ausgeführt werden, also im Firstbereich des Dachs. In der Praxis heißt das: Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein:

  • Der horizontale Abstand des Schornsteins zum First ist kleiner als der horizontale Abstand zur Traufe.
  • Der vertikale Abstand zwischen Mündung und First ist größer als der horizontale Abstand zwischen Schornstein und First.

Durch diese Kombination liegt die Mündung ausreichend nah am First und zugleich hoch genug über dem Dach, damit Abgase nicht in die windberuhigte Zone (Leebereich) des Dachs geraten.

Höhe über dem Dach (Grundregel)

Als vereinfachte Grundregel gilt: Die Mündung muss den First mindestens 40 cm überragen.

Achtung bei Dächern mit einer Neigung von unter 20 Grad (darunter viele Flachdächer): Dann wird die Höhe im Verhältnis zu einem fiktiven First beurteilt, der mit einer Dachneigung von 20 Grad konstruiert wird. Mit anderen Worten: Auch bei einem flach geneigten oder flachen Dach kann die Regel „40 cm über dem First“ relevant bleiben, weil mit dieser gedachten Firstlinie gerechnet wird.

Wenn firstnah nicht möglich ist: Berechnung nach VDI 3781

Kann der Schornstein baulich nicht firstnah positioniert werden oder können die vereinfachten geometrischen Bedingungen nicht eingehalten werden? Dann sollten Sie nicht „nach Gefühl“ eine Alternative wählen. In diesem Fall muss die erforderliche Mündungshöhe mit einem anerkannten aerodynamischen Rechenmodell bestimmt werden, in der Praxis mit VDI 3781 Blatt 4.

Solche Berechnungen führen häufig dazu, dass der Schornstein höher ausgeführt werden muss, damit die Abgase nachweislich in die ungestörte Windströmung austreten und nicht in Rezirkulationszonen rund um das Dach oder angrenzende Bebauung gelangen.

Abstand des Schornsteins zu Nachbarn und Objekten

Um Belästigungen für Anwohner, und für Sie selbst, zu begrenzen, muss die Schornsteinmündung hoch genug im Verhältnis zu umliegenden Gebäuden und Öffnungen liegen. §19 der 1. BImSchV arbeitet dabei mit Leistungsklassen und entsprechenden Zonen rund um den Schornstein:

  • Anlagen bis 50 kW. Innerhalb eines Radius von 15 Metern um den Schornstein muss die Mündung mindestens 1 Meter höher liegen als die Oberkante von Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen in diesem Bereich. Die meisten privaten Anlagen liegen deutlich innerhalb dieser Leistungsklasse.
  • Anlagen von 50 bis 100 kW. Innerhalb eines Radius von 17 Metern muss die Mündung mindestens 2 Meter höher liegen als diese Objekte.

Hinweis: Bei höheren Leistungen nehmen die Abstände und/oder die erforderliche Mindesthöhe nach §19 weiter zu.

Die zentrale Rolle des Schornsteinfegers

In Deutschland hat der lokal zuständige Bezirksschornsteinfeger eine gesetzliche Rolle bei der Überwachung von Feuerstätten und Abgasanlagen. Deshalb ist es sinnvoll, ihn oder sie bereits in der Planungsphase einzubeziehen.

Ohne Abnahme (Prüfung und Freigabe) dürfen Sie eine neue oder geänderte Anlage nicht in Betrieb nehmen. Der Bezirksschornsteinfeger prüft unter anderem, ob Ofen und Abgasanlage sicher und regelkonform angeschlossen sind. So vermeiden Sie, dass die Installation im Nachhinein beanstandet wird oder kostspielige Anpassungen nötig sind.

Achtung: Die strengeren Anforderungen an Mündung und Höhe gelten vor allem für neue Schornsteine und Holzöfen, die nach dem 1. Januar 2022 installiert wurden oder werden. Für ältere, bereits abgenommene Anlagen greift oft der Bestandsschutz. Ersetzen Sie jedoch einen alten Holzofen durch ein neues Gerät, kann es sein, dass (Teile) der aktuellen Anforderungen trotzdem gelten. Ob eine Anpassung notwendig ist, hängt vom Einzelfall ab und wird im Rahmen der Abnahme beurteilt.