Eine Kaminofen einbauen in Deutschland: gesetzliche Vorschriften und Regeln
Wenn Sie auf dieser Seite gelandet sind, fragen Sie sich vermutlich, ob Sie in Ihrer Situation einen Holzofen installieren dürfen. Eine fachgerechte Installation ist wichtig für Ihre Gesundheit und für Ihre Umgebung. Deshalb ist das Aufstellen eines Kaminofens in Deutschland an klare Gesetze und Regeln gebunden.
Um Bußgelder oder gefährliche Situationen zu vermeiden, sollten Sie die folgenden Vorschriften unbedingt beachten.
Kaminofen im Haus einbauen Vorschriften
Möchten Sie einen Holzofen in Ihrem Haus installieren? Die wichtigste Regel in Deutschland lautet: Ohne Zustimmung des zuständigen Bezirksschornsteinfegermeisters dürfen Sie nichts unternehmen. Er übernimmt in diesem Prozess die gesetzliche Aufsicht.
Vorab abstimmen. Bevor Sie einen Ofen kaufen, müssen Sie Ihre Pläne mit dem Schornsteinfeger besprechen. Er prüft, ob Ihr vorhandener Schornstein geeignet ist (zum Beispiel Zug, Durchmesser und Länge) und ob der geplante Standort sicher ist.
Verpflichtende Abnahme. Nach der Installation dürfen Sie den Ofen erst in Betrieb nehmen, nachdem der Schornsteinfeger die Anlage abgenommen hat. Bei erfolgreicher Abnahme erhalten Sie den Feuerstättenbescheid, also die offizielle Bestätigung.
Stufe 2. Jeder neu installierte Kaminofen muss die sogenannte Stufe 2 erfüllen. Das bedeutet ein Mindestwirkungsgrad von 73 Prozent. Für neu gekaufte Kaminöfen gilt zusätzlich die Ecodesign Regelung, die einen Wirkungsgrad von 75 Prozent vorschreibt.
Emissionsgrenzwerte. Feinstaub darf maximal 0,04 g pro m³ betragen, Kohlenmonoxid (CO) maximal 1,25 g pro m³.
Zertifizierung. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Ofen eine CE Kennzeichnung trägt und der DIN EN 13240 entspricht. Der Händler oder Hersteller muss Ihnen eine Leistungserklärung aushändigen können, aus der hervorgeht, dass der Ofen die Anforderungen der BImSchV Stufe 2 erfüllt.
Brandschutz und gesetzliche Abstände (FeuV)
Die Mindestabstände zu brennbaren Materialien (zum Beispiel Holzverkleidungen, Möbel oder Türen) sind je nach Bundesland in der Feuerungsverordnung (FeuV) geregelt. Auch wenn Sie immer die Herstellerangaben einhalten müssen, gelten allgemein folgende Mindestanforderungen:
Seiten und Rückseite. In der Regel ist ein Mindestabstand von 20 Zentimetern zu brennbaren Wänden einzuhalten.
Vorderseite (Strahlungswärme). Halten Sie mindestens 80 Zentimeter Abstand zu brennbaren Möbeln oder Vorhängen. Bei Öfen mit besonders isoliertem Glas kann dieser Abstand in manchen Fällen auf 40 Zentimeter reduziert werden.
Bodenplatte. Steht Ihr Ofen auf einem brennbaren Boden wie Holz, Laminat oder Vinyl, ist eine nicht brennbare Bodenplatte aus zum Beispiel Stahl oder Sicherheitsglas vorgeschrieben. Diese muss vorne mindestens 50 Zentimeter und seitlich mindestens 30 Zentimeter überstehen (gemessen ab der Feuerraumöffnung).
Abgasrohr. Das Ofenrohr muss mindestens 40 Zentimeter Abstand zu brennbaren Materialien haben. Ist das Rohr mit einer mindestens 2 Zentimeter dicken Dämmung versehen, reichen 20 Zentimeter.
Luftzufuhr in modernen und gut gedämmten Häusern
Ein Kaminofen entzieht dem Raum Sauerstoff. In älteren Häusern reicht die natürliche Lüftung oft aus. In modernen, sehr dicht gedämmten Gebäuden kann das jedoch lebensgefährlich werden, besonders in Kombination mit einer Lüftungsanlage oder einer starken Dunstabzugshaube.
Unterdruck vermeiden. Lüftungsanlagen können im Wohnraum Unterdruck erzeugen. Dadurch können giftige Abgase aus dem Ofen in den Raum gelangen, statt über den Schornstein abgezogen zu werden.
DIBt Zertifizierung. Haben Sie eine solche Lüftungssituation, müssen Sie in der Regel einen raumluftunabhängigen Ofen installieren. Diese Geräte beziehen ihre Verbrennungsluft über eine externe Leitung direkt von außen und müssen vollständig luftdicht sein. Das wird durch ein Zertifikat des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) In manchen Fällen ist zusätzlich ein automatischer Unterdruckwächter vorgeschrieben.
Kaminofen im Garten: ist das erlaubt?
Vielleicht überlegen Sie, einen freistehenden Holzofen oder eine Gartenfeuerstelle im Garten aufzustellen. In Deutschland sind die Regeln im Freien meist weniger streng als im Haus. Dennoch gibt es klare Vorgaben, um Brandgefahr und Belästigungen zu vermeiden.
Keine Schornsteinfegerabnahme erforderlich. Handelt es sich um eine freistehende, mobile Feuerstelle im offenen Außenbereich (zum Beispiel auf Rasen oder Terrasse), fällt sie nicht unter die strengen Abnahmeregeln. In diesem Fall müssen Sie den zuständigen Schornsteinfeger vorher nicht kontaktieren.
Ausnahme von der Emissionsverordnung. Mobile Gartenfeuer werden rechtlich als Wärme und Gemütlichkeitsfeuer eingestuft. Dafür benötigen Sie in der Regel keine Genehmigung, und die strengen Wirkungsgrad und Feinstaubgrenzwerte der Stufe 2 gelten nicht wie bei Innenraumöfen.
Abstände und Brandschutz. Stellen Sie die Feuerstelle auf einen nicht brennbaren, stabilen Untergrund (zum Beispiel Pflaster, Sand oder eine Stahlplatte). Je nach Kommune kann das Baurecht abweichen, als Faustregel sollten Sie jedoch 2 bis 3 Meter Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten. Achten Sie außerdem auf ausreichenden Abstand zu Holzbauten, Zäunen und überhängenden Ästen wegen Funkenflug.
Strenge Anforderungen an den Brennstoff. Behörden gehen konsequent gegen falsches Brennmaterial vor. Im Außenbereich dürfen Sie ausschließlich trockenes, naturbelassenes Holz oder geeignete Holzbriketts verwenden. Gartenabfälle (zum Beispiel Laub oder Schnittgut), behandeltes Holz, Karton oder Müll zu verbrennen ist strikt verboten und kann hohe Bußgelder nach sich ziehen.
Belästigung und Trockenheit. Auch wenn Sie alle Regeln einhalten, darf keine unzumutbare Rauchbelästigung für Nachbarn entstehen. Achten Sie außerdem auf die Wetterlage. In trockenen Sommerperioden kann die Behörde eine erhöhte Waldbrandgefahrenstufe ausrufen. Bei hoher Warnstufe ist offenes Feuer im Garten, und damit auch die Nutzung einer Feuerstelle, sofort untersagt.
Regeln für Kaminöfen unter einer Überdachung
Sobald Sie den Holzofen nicht im freien Außenbereich, sondern unter einer Überdachung, Veranda oder in einem Wintergarten aufstellen möchten, ändern sich die Anforderungen deutlich. Denn ein Ofen unter einem Dach gilt rechtlich nicht mehr als mobile Feuerstelle, sondern als fest installierte Feuerstätte. Damit gelten nahezu die gleichen strengen Regeln wie im Innenraum.
Der Schornsteinfeger ist verpflichtend. Wie bei einem Ofen im Wohnzimmer müssen Sie den zuständigen Bezirksschornsteinfeger einschalten. Er prüft Ihre Planung einschließlich der Dachdurchführung und nimmt die Anlage nach der Installation offiziell ab. Ohne Feuerstättenbescheid darf der Ofen nicht betrieben werden.
Umweltanforderungen gelten wieder (1. BImSchV). Da der Ofen unter einer Überdachung steht und an eine feste Abgasführung angeschlossen ist, entfällt die Ausnahme für Außenfeuer. Der Ofen muss dann die Emissionsgrenzwerte und Wirkungsgradanforderungen der BImSchV Stufe 2 erfüllen. Eine einfache Gartenfeuerstelle ist dafür nicht geeignet, Sie benötigen ein zertifiziertes Gerät.
Brandsichere Dachdurchführung und Abstände. Die Brandschutzregeln der Feuerungsverordnung gelten uneingeschränkt. Sie müssen die Mindestabstände zu brennbaren Materialien einhalten, zum Beispiel zu Holzpfosten, Wandverkleidungen und Gartenmöbeln. Außerdem gelten strenge Anforderungen an das Abgassystem. In den meisten Fällen ist ein sicherer, doppelwandiger und gedämmter Edelstahl Schornstein erforderlich, um die Wärme sicher durch das Dach (häufig Holz oder Kunststoff) zu führen.
Gefahr durch Kohlenmonoxid. Ist Ihre Überdachung teilweise oder weitgehend geschlossen (zum Beispiel durch Glasschiebewände), achtet der Schornsteinfeger besonders auf Zu und Abluft. Unter einem Dach können Abgase und Kohlenmonoxid stehen bleiben. Eine sichere Schornsteinwirkung und ausreichende Lüftung sind hier entscheidend.